Geschrieben von
Maximilian Mende
Ginmaster
Seit 2015 schreibe ich hier über Gin, inzwischen über 700 verkostete Sorten. Nebenbei brenne ich meinen eigenen London Dry Gin, und seitdem weiß ich ziemlich genau, wie viel Arbeit in einer guten Flasche steckt. Das merkt ihr meinen Testberichten an, im Guten wie im Schlechten.
Über 700 Gins verkostet, einen eigenen gebrannt.·seit 2015·LinkedIn·Facebook·Tripadvisor·Google Maps·Homepage
Die richtig warmen Tage sind der beste Moment für einen Gin Fizz, liebe Ginnatics. Sauer, leicht süß, spritzig und mit genug Wacholder, dass man den Gin noch schmeckt. Mehr braucht es an einem heißen Nachmittag nicht.
Der Gin Fizz ist einer der ältesten Gin-Cocktails überhaupt. Fizzes tauchen schon in den amerikanischen Barbüchern des späten 19. Jahrhunderts auf, unter anderem bei Jerry Thomas. Der Name kommt vom Geräusch, das die Kohlensäure macht, wenn sie ins Glas kommt. Das Rezept ist simpel. Die Kunst liegt im Shaken.
Welcher Gin empfiehlt sich für den Gin Fizz?
Ein London Dry Gin mit spürbaren Zitrusnoten. Der Zitronensaft ist im Fizz die zweite Hauptrolle, und ein Gin mit Zitrone oder Orange in den Botanicals greift das wunderbar auf. Stark blumige oder sehr fruchtige Gins sind hier weniger geeignet, sie verschwimmen mit Zucker und Säure schnell zu Limonade.
Wer es historisch mag, probiert einen Old Tom Gin. Der ist leicht gesüßt und kommt dem Gin, den man im 19. Jahrhundert verwendet hat, deutlich näher. Dann den Zuckersirup etwas reduzieren.
Eine ausführliche Antwort auf die Gin-Frage gibt es im Beitrag Welcher Gin für einen Gin Fizz?.
Gin Fizz Zutaten
- 50 ml Gin
- 25 ml frisch gepresster Zitronensaft
- 20 ml Zuckersirup (1:1, Zucker und Wasser)
- 60 bis 80 ml Sodawasser, gut gekühlt
- Eis zum Shaken
- Zitronenzeste zum Garnieren
Zum Sodawasser: Viele Rezepte nennen Mineralwasser. Das geht zur Not, aber viele Mineralwasser bringen einen salzigen oder mineralischen Eigengeschmack mit. Sodawasser ist neutral und hat meist mehr Kohlensäure. Beides macht den Fizz besser.
Wie bereitet man den Gin Fizz zu?
- Ein schmales Longdrinkglas oder Fizzglas ins Gefrierfach stellen (ein kaltes Glas hält die Kohlensäure länger).
- Gin, Zitronensaft und Zuckersirup in einen Shaker geben.
- Den Shaker mit Eis füllen und 15 bis 20 Sekunden kräftig schütteln. Kräftig heißt wirklich kräftig (der Shaker sollte von außen beschlagen und eiskalt sein).
- Den Drink ins gekühlte Glas abseihen, klassisch ohne Eis im Glas.
- Mit Sodawasser auffüllen. Langsam, damit es nicht überschäumt.
- Eine Zitronenzeste über dem Glas ausdrücken und dazugeben.
Zugegeben, ohne Eis im Glas wird der Fizz schneller warm. Das ist Absicht: Ein Fizz ist ein kurzer, frischer Drink, den man zügig trinkt. Wer ihn länger genießen will, gibt ein paar Eiswürfel ins Glas. Dann ist man allerdings schon sehr nah am Tom Collins.
Was ist der Unterschied zwischen Gin Fizz und Tom Collins?
Die Zutaten sind fast identisch, die Machart nicht:
- Gin Fizz: wird geschüttelt, in ein kleineres Glas abgeseiht, klassisch ohne Eis, mit weniger Soda. Kurz, intensiv, spritzig.
- Tom Collins: wird meist direkt im hohen Collins-Glas auf Eis gebaut, mit mehr Soda aufgefüllt. Länger, leichter, ein echter Longdrink.
Das Rezept für den großen Bruder findet ihr im Beitrag zum Tom Collins.
Gin Fizz Varianten
Silver Fizz
Der Gin Fizz mit einem Eiweiß. Erst alle Zutaten ohne Eis schütteln (Dry Shake), damit das Eiweiß aufschäumt, dann mit Eis ein zweites Mal. Ergebnis: eine cremige Schaumkrone und ein deutlich weicherer Drink.
Golden Fizz und Royal Fizz
Beim Golden Fizz kommt ein Eigelb in den Shaker, beim Royal Fizz ein ganzes Ei. Beide werden dadurch deutlich gehaltvoller. Für rohe Eier gilt: nur ganz frische verwenden.
Diamond Fizz
Statt Soda kommt Sekt oder Champagner ins Glas. Wer das kennt, kennt es wahrscheinlich unter einem anderen Namen: French 75.
Ramos Gin Fizz
Der aufwendigste Fizz überhaupt. Henry C. Ramos hat ihn 1888 in seiner Bar in New Orleans erfunden. Zum Grundrezept kommen Sahne, Eiweiß, Limettensaft und ein paar Tropfen Orangenblütenwasser. Der Legende nach beschäftigte Ramos eine ganze Reihe von Barkeepern nur zum Schütteln, weil der Drink minutenlang geshakt werden sollte. Das Ergebnis ist fast eine Wolke im Glas.
Ramos Gin Fizz Zutaten:
- 50 ml Gin
- 15 ml Zitronensaft
- 15 ml Limettensaft
- 25 ml Zuckersirup
- 30 ml Sahne
- 1 Eiweiß
- 2 bis 3 Tropfen Orangenblütenwasser
- Sodawasser zum Auffüllen
Alles außer Soda erst ohne Eis mindestens 30 Sekunden schütteln, dann mit Eis noch einmal so lange. In ein gekühltes Glas abseihen, kurz stehen lassen und vorsichtig mit Soda auffüllen, bis sich der Schaum über den Glasrand hebt.
Häufige Fragen zum Gin Fizz
Wird ein Gin Fizz geschüttelt oder gerührt?
Geschüttelt. Zitronensaft und Zucker müssen sich richtig mit dem Gin verbinden, und das klappt nur im Shaker. Das Soda kommt erst am Ende ins Glas, sonst geht die Kohlensäure verloren.
Kann ich den Zuckersirup selbst machen?
Ja, und das ist einfacher als gedacht. Zucker und Wasser im Verhältnis 1:1 in einem Topf erwärmen, bis sich der Zucker aufgelöst hat, abkühlen lassen, fertig. Im Kühlschrank hält der Sirup mehrere Wochen.
Wie viel Alkohol hat ein Gin Fizz?
Bei 50 ml Gin mit 40 % vol stecken 20 ml reiner Alkohol im Drink. Mit Zitrone, Sirup, Schmelzwasser und Soda landet man bei rund 170 ml Flüssigkeit und damit bei grob 11 bis 12 % vol. (Natürlich ist dieses Rechenbeispiel nur exemplarisch!)
Gibt es eine vegane Variante vom Silver Fizz?
Ja. Statt Eiweiß funktionieren 20 bis 30 ml Aquafaba, also das Kochwasser von Kichererbsen aus der Dose. Der Schaum wird fast genauso schön.
Welches Glas nimmt man für einen Gin Fizz?
Ein schmales, nicht zu hohes Longdrinkglas, oft Fizzglas genannt, mit etwa 200 bis 250 ml. Einen Überblick über die Gläser gibt es im Beitrag die passenden Gläser für deinen Gin-Cocktail.
Noch mehr Klassiker findet ihr in meiner Sammlung Gin-Cocktails, zum Beispiel den Negroni. Cheers!

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