Gin kaufen könnt ihr heute in jedem Supermarkt, in jedem Discounter und in jedem größeren Onlineshop. Die Frage ist längst nicht mehr, wo es überhaupt Gin gibt, sondern welcher Händler welches Sortiment führt und wo ihr für euer Geld am meisten bekommt. Genau dafür gibt es diesen Einkaufsführer.
Ich habe über 700 Gins verkostet, und ein erheblicher Teil davon stand irgendwann in einem deutschen Handelsregal. Auf diesen Seiten schreibe ich auf, was ich dort gefunden habe, wer die Flaschen tatsächlich herstellt und welche davon im Glas etwas taugen.
Alle Händler im Überblick
Jede Händlerseite zieht ihre Produktliste direkt aus meinem Gin-Verzeichnis. Sobald ich einen neuen Gin aufnehme, taucht er dort automatisch auf. Ihr seht also immer den Stand meiner Verkostungen, nicht den Stand eines alten Artikels.
Discounter oder Supermarkt, wo lohnt sich der Einkauf?
Die Discounter arbeiten fast ausschließlich mit Eigenmarken. Lidl, Aldi, Penny, Netto und Norma lassen ihre Flaschen bei wenigen Lohnbrennereien abfüllen und verkaufen sie unter Fantasienamen. Das drückt den Preis erheblich, führt aber dazu, dass sich viele dieser Gins ähneln. Unter zehn Euro bekommt ihr dort trotzdem trinkbare Ware, was im Fachhandel schlicht nicht möglich ist.
Die Vollsortimenter Rewe, Edeka und Kaufland gehen den anderen Weg. Dort steht die Markenware im Regal, von Gordon’s über Tanqueray bis Monkey 47, dazu je nach Markt eine Eigenmarke. Ihr zahlt mehr, bekommt dafür aber Flaschen, deren Herkunft ihr nachvollziehen könnt.
Amazon spielt in einer eigenen Liga, weil dort praktisch alles verfügbar ist, was in Deutschland gehandelt wird. Dafür müsst ihr genauer hinschauen, wer der Verkäufer ist.
Was kostet Gin im Handel?
Grob lassen sich vier Preisklassen unterscheiden, und sie sagen mehr über die Machart aus als jedes Etikett:
- Unter 7 Euro: Discounter-Einstiegsmarken, meist 37,5 Prozent. Funktioniert im Longdrink mit kräftigem Tonic, pur fällt der Kompromiss auf
- 7 bis 13 Euro: die Mittelklasse der Eigenmarken, oft 40 Prozent und mehr. Hier stehen die Flaschen, die ich als Hausgin durchgehen lasse
- 13 bis 25 Euro: die klassischen Marken. Verlässlich, breit verfügbar, im Angebot oft deutlich günstiger
- Über 25 Euro: Craft und Premium. Im Handel eher selten, im Aktionsgeschäft aber immer wieder zu finden
Wann kauft man Gin am besten?
Spirituosen laufen im Handel in Wellen. Vor Weihnachten und im November rund um die Rabattwochen fallen die Preise für Markengins am deutlichsten, im Frühjahr laufen die Sommeraktionen mit Fruchtgins an. Die Discounter stellen ihre Aktionsware unabhängig davon in unregelmäßigen Abständen ins Regal, meist für zwei bis vier Wochen.
Mein Rat aus der Praxis: Wenn euch eine Aktionsflasche schmeckt, kauft beim nächsten Einkauf gleich Nachschub. Aktionsware kommt selten ein zweites Mal.
Worauf ihr beim Kauf achten solltet
- Alkoholgehalt: 37,5 Prozent sind das gesetzliche Minimum für Gin. Alles ab 40 Prozent trägt im Gin Tonic spürbar besser
- Füllmenge: im Regal stehen 0,5 und 0,7 Liter nebeneinander. Rechnet auf den Literpreis um, sonst täuscht der Aufsteller
- Rücketikett: dort steht der Abfüller. Bei Eigenmarken ist das oft die einzige Spur zum tatsächlichen Hersteller
- Grundpreisangabe: sie steht am Regal und ist der ehrlichste Vergleichswert
Häufige Fragen zum Gin-Einkauf
Wo kann ich günstig Gin kaufen?
Am günstigsten sind die Eigenmarken der Discounter. Lidl, Aldi, Penny, Netto und Norma führen alle mindestens einen Gin unter zehn Euro. Wer Markenware sucht, fährt mit den Aktionswochen bei Rewe, Edeka und Kaufland besser.
Ist teurer Gin besser?
Nicht zwangsläufig, aber unter sieben Euro sind die Grenzen schnell erreicht. Der größte Qualitätssprung liegt meiner Erfahrung nach zwischen der billigsten und der zweitgünstigsten Flasche im Regal, nicht zwischen zwanzig und vierzig Euro.
Kann ich Gin im Supermarkt online bestellen?
Rewe und Kaufland liefern Spirituosen im Rahmen ihrer Lieferdienste aus, Lidl führt einen eigenen Onlineshop mit deutlich größerem Gin-Sortiment als die Filiale. Bei Aldi, Penny, Netto und Norma bleibt es beim Regal vor Ort.
Woran erkenne ich einen guten Gin im Regal?
An drei Dingen: Alkoholgehalt ab 40 Prozent, eine nachvollziehbare Herkunftsangabe und eine Botanicals-Liste, die über Wacholder und Koriander hinausgeht. Wo nichts davon auf dem Etikett steht, ist es fast immer eine Handelsmarke aus einer Lohnabfüllung.
