Haselnüsse mit und ohne Schale als Botanical für Gin

Haselnuss im Gin: Aroma, Herkunft und passende Gins

Geschrieben von Ginmaster

Seit 2015 schreibe ich hier über Gin, inzwischen über 700 verkostete Sorten. Nebenbei brenne ich meinen eigenen London Dry Gin, und seitdem weiß ich ziemlich genau, wie viel Arbeit in einer guten Flasche steckt. Das merkt ihr meinen Testberichten an, im Guten wie im Schlechten.

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Die Haselnuss kennt fast jeder aus Nougat, Schokolade und Gebäck. Als Botanical im Gin ist sie dagegen eine Ausnahme, bringt aber genau das mit, was vielen Rezepturen fehlt: eine runde, nussige und leicht süßliche Note.

Besonders gern kombinieren Brennereien die Haselnuss mit Kaffee, Kakao oder Obst. Hier erfahrt ihr, woher die Haselnuss kommt, wie sie schmeckt und in welchen Gins sie steckt.

Das Wichtigste auf einen Blick

Botanischer NameCorylus avellana
PflanzenteilKerne, meist geschält und geröstet
HerkunftEuropa und Kleinasien, Hauptanbau heute in der Türkei
Geschmacknussig, rund, leicht süßlich
Rolle im Ginseltenes Botanical für Weichheit und Tiefe

Was ist die Haselnuss?

Die Gemeine Hasel gehört zu den Birkengewächsen. Sie wächst als mehrstämmiger Strauch, der meist drei bis sechs Meter hoch wird, und ist in weiten Teilen Europas und Kleinasiens heimisch. In Deutschland findet man sie an Waldrändern, in Hecken und in vielen Gärten.

Für den Handel werden Haselnüsse vor allem in der Türkei angebaut, die den weitaus größten Teil der Welternte liefert. Weitere wichtige Anbauländer sind Italien und die USA. Die Nüsse reifen im Spätsommer, fallen zu Boden und werden anschließend getrocknet, geknackt und oft geröstet.

Wie schmeckt die Haselnuss?

Rohe Haselnüsse schmecken mild, leicht süßlich und etwas grün. Die braune Haut um den Kern bringt eine leichte Herbe mit. Erst beim Rösten entsteht das volle, warme Aroma, das an Nougat und Karamell erinnert. Als wichtiger Aromastoff gerösteter Haselnüsse gilt das Filberton, das schon in sehr geringen Mengen nach Haselnuss riecht.

Für Gin werden die Nüsse deshalb meist geschält und geröstet verwendet, weil die Haut ungewollte Bitternoten mitbringen kann. Wie stark die Röstung ausfällt, bestimmt den Charakter: Hell geröstete Nüsse wirken frisch und mild, dunkler geröstete bringen kräftige Noten von Karamell und Kaffee, die im fertigen Gin deutlich länger nachklingen.

Haselnuss im Gin

Im Gin wirkt die Haselnuss abrundend. Sie nimmt Wacholder und Zitrus etwas von ihrer Schärfe und sorgt für ein weicheres Mundgefühl. Die zerkleinerten Kerne werden meist im Alkohol mazeriert, bevor destilliert wird. Das Nussfett bleibt dabei weitgehend in der Brennblase, die Aromen gehen ins Destillat über.

Besonders gut harmoniert die Haselnuss mit Kaffee, Kakao, Zimt und Vanille, aber auch mit Obst wie Apfel und Pflaume. Klassische London Dry Gins verwenden sie selten. Häufiger findet sie sich in New Western Dry Gins und in Gins von Obstbrennereien, die mit dem Rohstoff vertraut sind.

Gins mit Haselnuss

In den Ginnatic-Testberichten tauchen einige Gins auf, bei denen die Haselnuss ausdrücklich zu den Botanicals zählt:

Haselnüsse mit und ohne Schale als Botanical für Gin

Haselnuss im Gin Tonic

Ein Gin mit Haselnuss verträgt ein mildes Tonic Water, das die weichen, nussigen Noten nicht mit zu viel Bitterkeit überlagert. Als Garnitur eignen sich zwei oder drei geröstete, grob gehackte Haselnüsse und ein Streifen Orangenschale. Bei Gins mit Kaffeenote passen auch ein paar Kaffeebohnen ins Glas.

Wer die Kombination aus Gin, Tonic und Kaffee mag, findet im Rezept für den Gin Tonic Coffee eine passende Idee. Eine Anleitung für den klassischen Longdrink gibt es beim Gin Tonic.

Häufige Fragen zur Haselnuss

Schmeckt ein Gin mit Haselnuss süß?

Er wirkt runder, ist aber nicht gesüßt. Die Haselnuss bringt Aromen, die an Süßes erinnern, ein Dry Gin enthält trotzdem keinen zugesetzten Zucker.

Warum wird die Haselnuss für Gin geröstet?

Rösten bringt das typische Nussaroma hervor. Gleichzeitig lässt sich die bittere Haut danach leichter entfernen.

Ist Haselnuss im Gin bei einer Nussallergie ein Problem?

Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Wer allergisch reagiert, sollte vor dem Genuss beim Hersteller nachfragen.

Weitere Botanicals

  • Walnuss: herber und holziger als die Haselnuss.
  • Tonkabohne: süßlich nach Vanille und Marzipan, ein guter Partner für nussige Gins.
  • Vanille: weich und warm, rundet ebenfalls ab.

Alle Botanicals findet ihr in der Kategorie Samen und Körner. Cheers!

1 Kommentar zu „Haselnuss im Gin: Aroma, Herkunft und passende Gins“

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