Ganze und geknackte Macadamianüsse mit hellen Kernen auf einem rustikalen Holztisch

Macadamia: Herkunft, Geschmack und Einsatz im Gin

Geschrieben von Ginmaster

Seit 2015 schreibe ich hier über Gin, inzwischen über 700 verkostete Sorten. Nebenbei brenne ich meinen eigenen London Dry Gin, und seitdem weiß ich ziemlich genau, wie viel Arbeit in einer guten Flasche steckt. Das merkt ihr meinen Testberichten an, im Guten wie im Schlechten.

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Die Macadamia gilt als eine der teuersten Nüsse der Welt: Ihre Schale ist extrem hart, der Kern dafür zart, cremig und mild. Ursprünglich stammt sie aus dem Osten Australiens, heute wird sie auf mehreren Kontinenten angebaut.

Als Gin-Botanical ist Macadamia eine Ausnahme. Sie bringt weniger ein lautes Aroma als vielmehr Fülle und ein weicheres Mundgefühl. Vor allem australische Brennereien nutzen die Nuss, um ihre Herkunft ins Glas zu bringen. Hier erfahrt ihr, was Macadamia im Gin leistet und wo sie wirklich drinsteckt.

Das Wichtigste auf einen Blick

Botanischer NameMacadamia integrifolia und Macadamia tetraphylla
PflanzenteilNusskern (Samen)
HerkunftOstaustralien (Queensland, New South Wales), Anbau heute u. a. in Südafrika und Kenia
Geschmackmild, buttrig, leicht süßlich, geröstet nussig
Rolle im GinTextur, Rundung, dezente Nussnote

Was ist Macadamia?

Die Macadamia gehört zu den Silberbaumgewächsen (Proteaceae). Die immergrünen Bäume wachsen ursprünglich in den subtropischen Regenwäldern von Queensland und New South Wales. Für den Handel werden vor allem zwei Arten angebaut, Macadamia integrifolia und Macadamia tetraphylla, sowie Kreuzungen aus beiden.

Die Früchte haben eine grüne Hülle, darunter liegt eine sehr harte, braune Schale. Erst wenn diese geknackt ist, kommt der helle Kern zum Vorschein. Weil die Bäume einige Jahre bis zur vollen Ernte brauchen und das Knacken aufwendig ist, sind Macadamianüsse vergleichsweise teuer. Große Anbauländer sind neben Australien vor allem Südafrika und Kenia.

Wie schmeckt Macadamia?

Macadamia schmeckt mild, buttrig und leicht süßlich. Geröstet kommen nussige, fast karamellige Noten dazu. Der Kern besteht zu rund drei Vierteln aus Fett, überwiegend einfach ungesättigten Fettsäuren. Genau dieser hohe Ölanteil sorgt für die cremige Textur.

Anders als bei Koriander oder Kardamom gibt es keinen einzelnen Leitaromastoff, der das Profil prägt. Das Aroma ist eher leise und entsteht zu einem guten Teil beim Rösten.

Macadamia im Gin

Im Gin geht es bei Macadamia weniger um Geschmack als um Struktur. Die Öle der Nuss können bei der Destillation in kleinen Mengen ins Destillat übergehen und dem Gin mehr Körper geben. Sie gelten außerdem als Träger, der andere Aromen bindet und abrundet.

Das hat eine Kehrseite: Ölreiche Botanicals können einen Gin bei Kälte oder mit Tonic leicht trüb werden lassen. Manche Brennereien verzichten deshalb bewusst auf Kältefiltration, um die Öle zu erhalten. Mit Wacholder harmoniert die weiche Nussigkeit gut, weil sie die harzige Schärfe etwas abfedert. Typisch ist Macadamia vor allem in australischen Gins mit einheimischen Botanicals.

Gins mit Macadamia

Unter den Ginnatic-Testberichten findet sich bisher kein Gin, der Macadamia als Zutat nennt. Außerhalb davon ist ein gut dokumentiertes Beispiel der Brookie’s Byron Dry Gin der Cape Byron Distillery aus New South Wales. Dort liegt Macadamiamehl im Dampfweg der Brennblase. Laut Brennerei tragen die Öle die übrigen Botanical-Aromen und halten sie zusammen, deshalb wird der Gin nicht kältefiltriert.

Auch andere australische Brennereien bieten Gins mit Macadamia an. Insgesamt bleibt die Nuss aber ein Nischen-Botanical, das in klassischen London Dry Gins praktisch keine Rolle spielt.

Ganze und geknackte Macadamianüsse mit hellen Kernen auf einem rustikalen Holztisch

Macadamia im Gin Tonic

Als Garnitur im Glas eignet sich Macadamia kaum: Die Nuss gibt im kalten Drink wenig Aroma ab, und ihr Fett kann einen Film auf der Oberfläche bilden. Besser ist es, einen Gin mit Macadamia pur oder mit einem milden Tonic zu trinken, damit die weiche Textur erhalten bleibt, etwa mit dem Fentimans Tonic Water.

Wer einfach einen australischen Gin probieren möchte, findet mit dem Four Pillars Rare Dry Gin ein Beispiel mit Zitronenmyrte, Macadamia gehört dort allerdings nicht zur Rezeptur. Das Grundrezept für den Longdrink steht beim Gin Tonic.

Häufige Fragen zur Macadamia

Wie schmeckt Macadamia im Gin?

Kaum als eigene Nussnote, eher als weiche, runde Textur. Die Öle geben dem Gin mehr Körper.

Gibt es einen Macadamia Gin?

Ja, vor allem aus Australien, zum Beispiel den Brookie’s Byron Dry Gin. Die Auswahl in Deutschland ist aber klein.

Woher kommt die Macadamia?

Aus dem Osten Australiens, aus Queensland und New South Wales. Heute zählt Südafrika zu den größten Produzenten.

Weitere Botanicals

  • Haselnuss: die europäische Alternative für nussige Gins
  • Walnuss: herber und leicht bitter
  • Tonkabohne: süßlich und vanilleartig

Alle Botanicals findet ihr in der Kategorie Samen und Körner. Cheers!