Geschrieben von Maximilian Mende Ginmaster
Seit 2015 schreibe ich hier über Gin, inzwischen über 700 verkostete Sorten. Nebenbei brenne ich meinen eigenen London Dry Gin, und seitdem weiß ich ziemlich genau, wie viel Arbeit in einer guten Flasche steckt. Das merkt ihr meinen Testberichten an, im Guten wie im Schlechten.
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Kreuzkümmel kennen die meisten aus Curry, Chili con Carne oder Falafel. Das Gewürz, international als Cumin bekannt, riecht warm, erdig und leicht rauchig und gehört zu den ältesten Gewürzen der Welt.
Im Gin ist Kreuzkümmel ein seltenes Botanical. Die meisten Brennereien greifen lieber zu Koriander oder Kardamom, weil Cumin schnell dominiert. Wo er doch auftaucht, sorgt er für eine würzige, orientalische Tiefe. Hier erfahrt ihr, wie Kreuzkümmel schmeckt, was ihn von Kümmel unterscheidet und in welchen Gins er steckt.
Das Wichtigste auf einen Blick
| Botanischer Name | Cuminum cyminum |
| Pflanzenteil | getrocknete Früchte (Samen) |
| Herkunft | östlicher Mittelmeerraum und Vorderasien, Hauptanbau heute in Indien |
| Geschmack | warm, erdig, leicht bitter, etwas rauchig |
| Rolle im Gin | seltenes Gewürz-Botanical für Tiefe und Würze |
Was ist Kreuzkümmel?
Kreuzkümmel ist eine einjährige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler, zu der auch Koriander, Fenchel, Dill und Kümmel gehören. Sie wird etwa 30 bis 50 Zentimeter hoch und braucht ein warmes, trockenes Klima. Ursprünglich stammt sie aus dem östlichen Mittelmeerraum und Vorderasien.
Geerntet werden die kleinen, länglichen Früchte, die im Handel als Samen verkauft werden. Den größten Teil der Weltproduktion liefert Indien, weitere Anbauländer sind unter anderem Iran, Syrien und die Türkei. Weitere Namen sind Römischer Kümmel, Mutterkümmel oder schlicht Cumin.
Wie schmeckt Kreuzkümmel?
Der Geschmack von Kreuzkümmel ist warm, erdig und leicht bitter, mit einer rauchigen, fast herzhaften Note. Geröstet wird er nussiger und runder. Der wichtigste Aromastoff ist Cuminaldehyd, der den typischen Cumin-Geruch prägt. Dazu kommen Terpene wie Cymol und Pinen, die für eine leicht harzige Frische sorgen.
Schon kleine Mengen reichen, damit Kreuzkümmel ein Gericht oder ein Destillat prägt. Genau das macht ihn im Gin anspruchsvoll.
Kreuzkümmel im Gin
Im Gin wird Kreuzkümmel wie andere Samen meist mazeriert und anschließend destilliert. Die ätherischen Öle gehen gut in den Alkohol über. Weil Cuminaldehyd so kräftig ist, setzen Brennereien ihn sparsam ein, meist als eines von vielen Gewürzen in einer langen Botanical-Liste.
Mit Wacholder verbindet sich die erdige Würze gut: Der harzige Wacholder bekommt mehr Tiefe, Zitrusschalen und Koriander halten die Mischung frisch. Zu finden ist Kreuzkümmel vor allem in gewürzbetonten Gins mit orientalischer oder asiatischer Ausrichtung.
Gins mit Kreuzkümmel
In den Ginnatic-Testberichten tauchen nur zwei Gins auf, bei denen Kreuzkümmel ausdrücklich zu den Zutaten gehört:
- Der Citadelle Gin aus Frankreich nutzt 19 Botanicals, darunter Kreuzkümmel, Muskatnuss und Kubebenpfeffer.
- Der Opihr Gin setzt auf Gewürze entlang der alten Handelsrouten, darunter Kreuzkümmelsamen aus der Türkei.
Beide Gins zeigen die typische Richtung: Kreuzkümmel steht nie allein, sondern ergänzt Pfeffer, Koriander und Zimt zu einem würzigen Gesamtbild.

Kreuzkümmel im Gin Tonic
Als Garnitur ist Kreuzkümmel ein Experiment für Fans würziger Drinks. Eine kleine Prise ganzer Samen reicht völlig, kurz in der Pfanne ohne Fett geröstet entfalten sie mehr Aroma. Gut passen dazu eine Orangenzeste und ein würziger Gin wie der Opihr.
Beim Tonic funktioniert ein klassisches, nicht zu süßes Indian Tonic wie das Fever Tree Tonic Water. Grundlagen zum Longdrink findet ihr im Gin Tonic Rezept.
Unterschied zwischen Kümmel und Kreuzkümmel
Trotz des ähnlichen Namens sind Kümmel und Kreuzkümmel zwei verschiedene Pflanzen. Beide gehören zu den Doldenblütlern, damit enden die Gemeinsamkeiten aber schon fast.
- Botanik: Kreuzkümmel heißt Cuminum cyminum, Kümmel heißt Carum carvi. Es handelt sich um unterschiedliche Gattungen.
- Aroma: Kreuzkümmel schmeckt warm, erdig und rauchig durch Cuminaldehyd. Kümmel schmeckt frischer, leicht süßlich und anisartig, geprägt von Carvon.
- Aussehen: Kreuzkümmel ist heller, graubraun bis grünlich, gerade und fein behaart. Kümmel ist dunkelbraun mit hellen Längsrippen und sichelförmig gebogen.
- Verwendung: Kreuzkümmel gehört in die indische, orientalische und mexikanische Küche. Kümmel steckt in Brot, Sauerkraut, Schweinebraten und im Aquavit.
Austauschen lassen sich die beiden kaum, das Ergebnis schmeckt deutlich anders. Auch Schwarzkümmel ist übrigens eine eigene Pflanze (Nigella sativa). Mehr zum europäischen Verwandten lest ihr im Artikel über Kümmel.
Häufige Fragen zu Kreuzkümmel
Ist Kreuzkümmel dasselbe wie Cumin?
Ja, Cumin ist die internationale Bezeichnung für Kreuzkümmel. Mit Kümmel (englisch Caraway) ist er dagegen nicht identisch.
Wie schmeckt Kreuzkümmel?
Warm, erdig, leicht bitter und etwas rauchig. Verantwortlich dafür ist vor allem der Aromastoff Cuminaldehyd.
Welcher Gin enthält Kreuzkümmel?
Zum Beispiel der Citadelle Gin und der Opihr Gin. Insgesamt ist Kreuzkümmel im Gin aber selten.
Kann man Kümmel durch Kreuzkümmel ersetzen?
Nur bedingt, denn das Aroma unterscheidet sich deutlich. Kümmel wirkt frischer und anisartig, Kreuzkümmel erdig und würzig.
Weitere Botanicals
- Koriandersamen: das zweitwichtigste Botanical nach Wacholder
- Kardamom: frisch, würzig und leicht eukalyptusartig
- Kümmel: der europäische Verwandte mit Carvon-Aroma
Alle Botanicals findet ihr in der Kategorie Samen und Körner. Cheers!


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