Geschrieben von Maximilian Mende Ginmaster
Seit 2015 schreibe ich hier über Gin, inzwischen über 700 verkostete Sorten. Nebenbei brenne ich meinen eigenen London Dry Gin, und seitdem weiß ich ziemlich genau, wie viel Arbeit in einer guten Flasche steckt. Das merkt ihr meinen Testberichten an, im Guten wie im Schlechten.
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Limette ist die grüne, aromatische Verwandte der Zitrone und im Gin ebenso zuhause wie in der Cocktailbar. Ihre Schale bringt eine frische, leicht herbe und fast kräuterige Zitrusnote, die sich deutlich von Zitrone unterscheidet.
Für viele ist Gin mit Limette außerdem die Standard-Garnitur im Gin Tonic, vor allem in Großbritannien und den USA. Hier erfahrt ihr, welche Limettensorten es gibt, wie Limette schmeckt, wie Brennereien Limettenschale einsetzen und welche Gins aus den Ginnatic-Testberichten auf Limette setzen.
Das Wichtigste auf einen Blick
| Botanischer Name | Citrus × latifolia (Tahiti-Limette), Citrus × aurantiifolia (Mexikanische Limette) |
| Pflanzenteil | Fruchtschale, bei der Kaffirlimette auch die Blätter |
| Herkunft | ursprünglich Südostasien, Anbau heute in tropischen und subtropischen Regionen |
| Geschmack | frisch, sauer, grün, herb, leicht kräuterig |
| Rolle im Gin | grüne Zitrusfrische, oft zusammen mit Zitrone und Orange |

Was ist Limette?
Limetten sind Zitrusfrüchte aus der Familie der Rautengewächse, die meist grün geerntet werden. Im Handel am häufigsten ist die kernlose Tahiti-Limette (Citrus × latifolia), auch Persische Limette genannt. Kleiner, saurer und aromatischer ist die Mexikanische Limette (Citrus × aurantiifolia), in den USA als Key Lime bekannt. Ursprünglich stammen Limetten aus Südostasien, angebaut werden sie heute unter anderem in Mexiko und Brasilien.
Daneben gibt es Verwandte, die vor allem den Namen teilen. Die Kaffirlimette (Citrus hystrix) hat eine runzlige Schale und wird wegen ihrer Blätter in der thailändischen Küche geschätzt. Die Rangpur-Limette (Citrus × limonia) ist trotz ihres Namens keine echte Limette, sondern gilt als Kreuzung aus Mandarine und Zitrone. Ihre Schale ist orange, der Saft sehr sauer.
Wie schmeckt Limette?
Limette schmeckt frisch, sauer und grün. Die Schale ist herber als Zitronenschale und hat eine kräuterige, fast blumige Note. Wie bei allen Zitrusfrüchten ist Limonen der Hauptbestandteil des Schalenöls, dazu kommt Citral, das auch Zitrone und Zitronengras prägt.
Kaffirlimettenblätter riechen dagegen deutlich anders: intensiver, würziger und etwas seifig-frisch. Hier gilt Citronellal als wichtigster Aromastoff. Wer Kaffirlimette im Gin schmeckt, erkennt sie deshalb meist sofort an ihrer asiatischen Note.
Limette im Gin
Im Gin kommt vor allem Limettenschale zum Einsatz, getrocknet oder frisch. Weil frische Limetten schnell an Aroma verlieren, schälen viele Brennereien erst kurz vor dem Brennen. Manche geben sogar ganze Früchte in das Mazerat. Limettenschale wird meist mit den übrigen Botanicals destilliert, empfindlicher Zitrusduft bleibt im Dampfkorb besser erhalten.
Mit Wacholder harmoniert Limette gut: Ihre grüne Frische passt zu den nadeligen Tönen, ihre Herbe zu Koriander und Angelika. Häufig kombinieren Hersteller sie mit Zitrone und Orange oder mit asiatischen Zutaten wie Zitronengras und Kaffirlimettenblättern. Ein ausgesprochener Limetten Gin stellt die Frucht klar in den Vordergrund und eignet sich besonders gut für Cocktails.
Gins mit Limette
Diese Gins aus den Ginnatic-Testberichten nennen Limette ausdrücklich als Botanical:
- Der Tanqueray Rangpur Lime Distilled Gin ist nach der Rangpur-Limette benannt und setzt auf Limetten, Ingwer und Lorbeerblätter. Im Test zeigte er ein sehr starkes Limettenaroma.
- Der Tanqueray No. Ten Gin kombiniert Limetten mit Grapefruit und Orangen.
- Beim Lind and Lime Gin aus Schottland sind die sieben Botanicals auf das Limettenaroma ausgerichtet.
- Der Ginologist Citrus Gin aus Südafrika stellt Limette und Grapefruit in den Vordergrund.
- Der Wolf Gin wird mit Limetten, Kerbel, Thymian und Chili destilliert.
- Der Berliner Nacht Gin nutzt Kaffir-Limettenblätter zusammen mit Thai-Basilikum und Zitronengras.
Gin mit Limette im Gin Tonic
Eine Limettenspalte ist die wohl verbreitetste Garnitur im Gin Tonic. Für mehr Aroma und weniger Säure lohnt sich eine Limettenzeste statt einer ausgedrückten Spalte, denn viel Saft macht den Drink schnell sauer. Besonders gut passt Limette zu klassischen London Dry Gins, zu zitrusbetonten Gins und zu Gins mit asiatischen Botanicals. Eine Anleitung für saubere Zesten gibt es im Beitrag Wie macht man Zesten für einen perfekten Gin Tonic?
Als Tonic eignet sich ein klassisches Indian Tonic wie das Schweppes Tonic Water. Limettensaft spielt außerdem die Hauptrolle im Gin Rickey und im Gin Mule.
Häufige Fragen zur Limette
Welcher Gin passt zu Limette?
Vor allem klassische London Dry Gins und zitrusbetonte Gins. Auch Gins mit asiatischen Botanicals wie Zitronengras profitieren von Limette.
Ist die Rangpur-Limette eine echte Limette?
Nein, sie gilt als Kreuzung aus Mandarine und Zitrone. Den Namen trägt sie wegen ihrer sehr sauren Frucht.
Zitrone oder Limette im Gin Tonic?
Das ist Geschmackssache. Zitrone wirkt heller und spritziger, Limette herber und grüner.
Weitere Botanicals
- Zitronenschale: der klassische Frischegeber im Gin
- Grapefruit: herbe Zitrusfrische mit feiner Bitterkeit
- Yuzu: die aromatische Zitrusfrucht aus Japan
Alle Botanicals aus dieser Gruppe findet ihr in der Kategorie Früchte. Cheers!

