Geschrieben von Maximilian Mende Ginmaster
Seit 2015 schreibe ich hier über Gin, inzwischen über 700 verkostete Sorten. Nebenbei brenne ich meinen eigenen London Dry Gin, und seitdem weiß ich ziemlich genau, wie viel Arbeit in einer guten Flasche steckt. Das merkt ihr meinen Testberichten an, im Guten wie im Schlechten.
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Kurkuma ist das Gewürz, das Currys ihre leuchtend gelbe Farbe gibt. Die Wurzel stammt aus Südasien und ist dort seit Jahrtausenden in der Küche verwurzelt. Im Gin ist Kurkuma ein seltenes, erdiges Botanical, das vor allem in würzigen und exotischen Gins auftaucht.
Für Gin ist Kurkuma interessant, weil sie dem Wacholder eine warme, leicht bittere Tiefe gibt. Dazu kommt die Frage, die viele stellen: Wird der Gin davon gelb? Hier erfahrt ihr, wie Kurkuma schmeckt, was bei der Destillation mit der Farbe passiert und welche Gins sie nutzen.
Das Wichtigste auf einen Blick
| Botanischer Name | Curcuma longa |
| Pflanzenteil | Rhizom (Wurzelstock), frisch oder getrocknet |
| Herkunft | Süd- und Südostasien, Hauptanbau in Indien |
| Geschmack | erdig, warm, leicht bitter, zart pfeffrig |
| Rolle im Gin | würziges Wurzel-Botanical für Tiefe und Wärme |

Was ist Kurkuma?
Kurkuma ist eine mehrjährige Staude aus der Familie der Ingwergewächse. Die Pflanze bildet große Blätter und unterirdisch ein verzweigtes Rhizom, das innen kräftig orange gefärbt ist. Im Deutschen heißt Kurkuma auch Gelbwurz, im Englischen Turmeric.
Den größten Teil der Weltproduktion liefert Indien, weitere Anbauländer liegen in Südostasien. Nach der Ernte werden die Rhizome meist gekocht, getrocknet und zu Pulver gemahlen. Für Gin kommen getrocknete Stücke, Pulver oder auch frische Wurzel zum Einsatz. Die enge Verwandtschaft zu Ingwer und Galgant sieht man schon am knolligen Wurzelstock.
Wie schmeckt Kurkuma?
Kurkuma schmeckt erdig, warm und leicht bitter, mit einer zarten Schärfe und einem Hauch von Orange und Holz. Frische Kurkuma wirkt heller und etwas zitrusartig, getrocknetes Pulver eher staubig und mild. Das Aroma prägen vor allem Turmerone, eine Gruppe ätherischer Öle.
Für die Farbe ist ein anderer Stoff zuständig: Curcumin. Es färbt intensiv gelb und wird deshalb auch als Lebensmittelfarbstoff genutzt, etwa in Senf oder Käse. Im Geschmack spielt Curcumin kaum eine Rolle.
Kurkuma im Gin
Im Gin wird Kurkuma meist mit den anderen Botanicals mazeriert und destilliert. Dabei gehen die Aromaöle in den Alkohol über, das Curcumin aber nicht. Es ist kaum flüchtig und bleibt in der Brennblase zurück. Ein destillierter Kurkuma Gin ist deshalb farblos, obwohl die Wurzel so stark färbt.
Gelb wird ein Gin nur, wenn Kurkuma nach der Destillation eingelegt wird. Dann spricht man von einem Compound Gin oder einem nachträglich aromatisierten Gin. Mit Wacholder harmoniert Kurkuma gut in Kombination mit Pfeffer, Ingwer, Kardamom und Koriander. Typisch sind würzige New Western Dry Gins und Gins mit indischer oder ostafrikanischer Ausrichtung.
Gins mit Kurkuma
In den Ginnatic-Testberichten finden sich mehrere Gins, bei denen Kurkuma zu den Zutaten gehört:
- Der Tumeric No.1 Gin aus Hamburg nennt Kurkuma unter den wichtigsten seiner 15 Botanicals, zusammen mit Mandeln, Rosmarin und Piment.
- Der Tumeric Raw Gin vom selben Hersteller ist die London-Dry-Variante mit deutlicher Pfeffernote.
- Beim Hapusa Himalayan Dry Gin machen Kurkuma, Koriander und Kardamom den Gin pikant.
- Der Tears Dry Gin setzt auf luftgetrocknete Botanicals wie Kurkuma, Kakaoblätter und Zitronenmelisse.
- Der Aether Leipzig Dry Gin führt Kurkuma in seiner Liste von 33 Botanicals.
Übrigens: Der Name „Tumeric“ der Hamburger Gins ist eine verbreitete Schreibweise des englischen Wortes Turmeric.
Kurkuma im Gin Tonic
Als Garnitur eignen sich zwei dünne Scheiben frische Kurkuma. Sie bringen Farbe ins Glas und eine erdige Würze. Vorsicht: Frische Kurkuma färbt Finger und Schneidebretter stark. Gut dazu passen eine Orangenzeste und ein paar schwarze Pfefferkörner.
Beim Tonic funktioniert ein klassisches Indian Tonic wie das Fever Tree Tonic Water. Wer eine weitere gelbe Garnitur sucht, findet beim Safran als Gin Tonic Gewürz eine edle Alternative. Das Grundrezept steht im Gin Tonic Rezept.
Häufige Fragen zu Kurkuma
Wird Gin durch Kurkuma gelb?
Nur, wenn Kurkuma nach der Destillation eingelegt wird. Der Farbstoff Curcumin geht beim Brennen nicht ins Destillat über.
Wie schmeckt Kurkuma?
Erdig, warm, leicht bitter und zart pfeffrig. Frische Wurzel wirkt heller und etwas zitrusartig.
Ist Kurkuma dasselbe wie Gelbwurz?
Ja, Gelbwurz ist der deutsche Name für Kurkuma. Im Englischen heißt das Gewürz Turmeric.
Welcher Gin enthält Kurkuma?
Zum Beispiel der Tumeric No.1 Gin und der Hapusa Himalayan Dry Gin. Insgesamt bleibt Kurkuma im Gin ein Nischen-Botanical.
Weitere Botanicals
- Ingwer: der bekannteste Verwandte mit frischer Schärfe
- Galgant: harzig-scharfes Rhizom aus Südostasien
- Kardamom: frisch-würziger Partner in exotischen Gins
Alle Botanicals aus dieser Gruppe findet ihr in der Kategorie Wurzeln und Rinden. Cheers!

