Weiße Jasminblüten mit Knospen und Blättern

Jasmin: Duft, Geschmack und Jasminblüten im Gin

Geschrieben von Ginmaster

Seit 2015 schreibe ich hier über Gin, inzwischen über 700 verkostete Sorten. Nebenbei brenne ich meinen eigenen London Dry Gin, und seitdem weiß ich ziemlich genau, wie viel Arbeit in einer guten Flasche steckt. Das merkt ihr meinen Testberichten an, im Guten wie im Schlechten.

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Jasmin gehört zu den bekanntesten Duftpflanzen der Welt. Seine weißen Blüten riechen süß, schwer und blumig und stecken in Parfums, Tees und Desserts. Im Gin ist Jasmin ein Botanical für florale Gins, das schon in kleiner Menge deutlich auffällt.

Für Gin ist Jasmin interessant, weil er den harzigen Wacholder weicher und duftiger wirken lässt. Richtig eingesetzt entsteht ein Gin, der nach Blütenwiese riecht, ohne süß zu schmecken. Hier erfahrt ihr, was hinter der Pflanze steckt, wie Jasminblüten schmecken und welche Gins sie verwenden.

Das Wichtigste auf einen Blick

Botanischer NameJasminum officinale, für Tee meist Jasminum sambac
PflanzenteilBlüten, frisch oder getrocknet
Herkunfttropisches und subtropisches Asien, heute auch Mittelmeerraum
Geschmacksüßlich, blumig, schwer, leicht fruchtig
Rolle im Ginflorales Akzent-Botanical in kleiner Dosis
Weiße Jasminblüten mit Knospen und Blättern

Was ist Jasmin?

Jasmin ist eine Gattung aus der Familie der Ölbaumgewächse, zu der auch Olive und Flieder gehören. Die meisten Arten sind Sträucher oder Kletterpflanzen mit kleinen, sternförmigen Blüten in Weiß oder Gelb. Für Duft und Aroma sind vor allem zwei Arten wichtig: der Echte Jasmin (Jasminum officinale) und der Arabische Jasmin (Jasminum sambac).

Die Blüten werden von Hand gepflückt, meist früh am Morgen oder am Abend, wenn der Duft am stärksten ist. Große Anbaugebiete liegen in Indien, Ägypten und China. In Europa hat der südfranzösische Ort Grasse eine lange Tradition mit Jasmin für die Parfumherstellung. Achtung bei der Namensverwechslung: Der im Garten verbreitete „Falsche Jasmin“ ist ein Pfeifenstrauch und botanisch nicht verwandt.

Wie schmeckt Jasmin?

Jasmin riecht süß, blumig und intensiv, mit einer leicht fruchtigen und fast würzigen Tiefe. Im Geschmack wirkt er weniger süß als in der Nase, eher parfümiert und zart herb. Zu den Aromastoffen, die den Jasminduft prägen, zählen Benzylacetat, das fruchtig und blumig riecht, und Linalool, das auch in Koriander und Lavendel vorkommt. Dazu kommt in kleiner Menge Indol, das dem Duft seine schwere, animalische Note gibt.

Wegen dieser Intensität gilt Jasmin als Botanical, das leicht kippt. Zu viel davon lässt einen Gin schnell nach Seife oder Parfum schmecken.

Jasmin im Gin

Die zarten Blüten vertragen lange Hitze schlecht. Viele Brennereien hängen Jasmin deshalb in einen Aromakorb, durch den der Alkoholdampf strömt, oder mazerieren die Blüten nur kurz. So bleibt der frische Blütenduft erhalten.

Typisch ist Jasmin in floralen Gins und Blüten-Gins, oft gemeinsam mit Lavendel, Holunder, Rose oder Orangenblüte. Der Wacholder bleibt dabei die Basis, Jasmin legt eine duftige Schicht darüber. Zitrusschalen helfen, das Ganze frisch und trocken zu halten.

Gins mit Jasmin

In den Ginnatic-Testberichten gibt es drei Gins, bei denen Jasmin zu den Botanicals zählt:

  • Der Fuxbau Distilled Gin aus Österreich kombiniert Jasminblüte mit Kamillenblüte, Zirbe, Galgant und Vogelbeere.
  • Beim Friedrichs Dry Gin nennt der Hersteller Jasmin- und Lavendelblüten neben Rosmarin und Sternanis.
  • Im Euelsberger Fifteen Flowers Gin aus der Eifel beschreibt der Testbericht Jasmin als deutlich spürbare Blüte unter insgesamt 15 Blüten.

Alle drei zeigen die typische Richtung: Jasmin steht nie allein, sondern ergänzt andere Blüten und Kräuter.

Jasmin im Gin Tonic

Als Garnitur reichen zwei bis drei getrocknete Jasminblüten. Sie schwimmen hübsch im Glas und geben ihren Duft langsam ab. Dazu passt eine dünne Zitronen- oder Orangenzeste.

Beim Tonic lohnt sich ein mildes, nicht zu bitteres Tonic, damit der Blütenduft nicht untergeht. Eine gute Wahl ist das Thomas Henry Elderflower Tonic Water, das mit Holunder eine weitere florale Note mitbringt. Wie ihr den Longdrink richtig mischt, steht im Gin Tonic Rezept.

Jasmintee und Gin

Der bekannteste Jasmin-Genuss ist Jasmintee. Dafür wird meist grüner Tee mit frischen Blüten des Arabischen Jasmins aromatisiert. Die Blüten liegen dabei mehrfach zwischen den Teeblättern, bis diese den Duft aufgenommen haben. Traditionell stammt Jasmintee aus der chinesischen Provinz Fujian.

Für Gin-Fans ist Jasmintee eine einfache Spielwiese: Kalt aufgegossener Jasmintee lässt sich als Filler oder Sirup in Drinks verwenden. Wie Tee und Gin zusammenpassen, zeigt der Earl Grey MarTEAni, der sich auch mit Jasmintee statt Earl Grey ausprobieren lässt.

Häufige Fragen zu Jasmin

Wie schmeckt Jasmin im Gin?

Blumig, duftig und leicht süßlich. In guter Dosierung wirkt er wie ein zarter Parfumhauch über dem Wacholder.

Welcher Gin enthält Jasmin?

Zum Beispiel der Fuxbau Distilled Gin und der Friedrichs Dry Gin. Jasmin taucht vor allem in floralen Gins auf.

Welcher Jasmin wird für Jasmintee verwendet?

Meist der Arabische Jasmin, Jasminum sambac. Seine Blüten aromatisieren vor allem grünen Tee.

Weitere Botanicals

  • Kamille: sanfte Blüte mit Heu- und Apfelnoten
  • Lavendel: der Klassiker unter den floralen Botanicals
  • Kirschblüte: zarter Blütenduft mit japanischem Bezug

Alle Botanicals aus dieser Gruppe findet ihr in der Kategorie Kräuter und Blüten. Cheers!

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