Japanischer Gin: Roku, Ki No Bi und Co. im Überblick

Geschrieben von

Ginmaster

Seit 2015 schreibe ich hier über Gin, inzwischen über 700 verkostete Sorten. Nebenbei brenne ich meinen eigenen London Dry Gin, und seitdem weiß ich ziemlich genau, wie viel Arbeit in einer guten Flasche steckt. Das merkt ihr meinen Testberichten an, im Guten wie im Schlechten.

Über 700 Gins verkostet, einen eigenen gebrannt.·seit 2015·LinkedIn·Facebook·Tripadvisor·Google Maps·Homepage

Japan ist vor allem für Whisky bekannt. Seit einigen Jahren kommen aus Japan aber auch Gins, die in Deutschland immer häufiger im Regal stehen. Der bekannteste ist der Roku Gin von Suntory, den es inzwischen in vielen Supermärkten gibt. Hier gibt es den Überblick, was japanischen Gin ausmacht und welche Sorten es gibt.

Was macht japanischen Gin aus?

„Japanischer Gin“ ist keine geschützte Kategorie. Gemeint sind Gins, die in Japan hergestellt werden und meist typisch japanische Botanicals verwenden. Rechtlich gilt in der EU dasselbe wie für jeden Gin: mindestens 37,5 % vol und ein Geschmack, bei dem Wacholder vorherrscht.

Häufig verwendete Botanicals sind:

  • Yuzu: eine japanische Zitrusfrucht, frischer und blumiger als Zitrone
  • Sakura: Kirschblüten und Kirschblätter
  • Grüner Tee: vor allem Sencha und Gyokuro
  • Sansho: japanischer Pfeffer mit zitronigem Aroma
  • Hinoki und japanische Kiefer: für harzige, holzige Noten
  • Shiso: ein Kraut, das an Minze und Basilikum erinnert

Viele japanische Gins kommen von Whisky-Herstellern wie Suntory oder Nikka. Manche nutzen als Basis keinen klassischen Getreidealkohol, sondern zum Beispiel einen Reisbrand.

Roku Gin: der bekannteste japanische Gin

Der Roku Gin stammt von Suntory. „Roku“ ist das japanische Wort für sechs und steht für die sechs japanischen Botanicals: Sakura-Blüte, Sakura-Blatt, Sencha, Gyokuro, Sansho-Pfeffer und Yuzu-Schale. Dazu kommen acht klassische Botanicals wie Wacholder, Koriander, Angelikawurzel, Kardamom, Zimt und Bitterorange, insgesamt also 14 Botanicals.

  • Alkoholgehalt: 43 % vol
  • Flaschengröße: 0,7 Liter, sechseckige Flasche
  • Preis: zum Testzeitpunkt etwa 20 bis 25 Euro
  • Erhältlich: unter anderem bei Rewe und Edeka

Alle Details stehen im Testbericht Roku Gin.

Weitere japanische Gins

Gin Hersteller Alkohol Besonderheit
Roku Gin Suntory 43 % sechs japanische Botanicals
Ki No Bi Kyoto Dry Gin The Kyoto Distillery 45,7 % Reisbrand als Basis, Gyokuro, Yuzu, Sansho, Shiso
Nikka Coffey Gin Nikka 47 % aus Coffey Stills, mit Yuzu, Kabosu, Amanatsu, Shikuwasa und Sansho
Etsu Japanese Gin Asahikawa Distillery, Hokkaido 43 % Yuzu-Schale, Bitterorange, Wasser aus dem Taisetsu-Gebirge

Ki No Bi Kyoto Dry Gin

Der Ki No Bi kommt von der Kyoto Distillery und setzt als Basis auf einen Reisbrand. Die Botanicals teilt der Hersteller in sechs Gruppen ein, darunter Wacholder, japanische Rotkiefer, Yuzu, Sansho, Ingwer, Gyokuro-Tee, Bambusblätter und rotes Shiso. Er hat 45,7 % vol.

Nikka Coffey Gin

Der Gin des Whisky-Herstellers Nikka wird in den Coffey Stills der Miyagikyo-Destillerie gebrannt, die sonst für Grain Whisky genutzt werden. Im Mittelpunkt stehen vier japanische Zitrusfrüchte: Yuzu, Kabosu, Amanatsu und Shikuwasa, dazu Apfel und Sansho-Pfeffer.

Etsu Japanese Gin

Etsu stammt von der Asahikawa Distillery auf Hokkaido, der nördlichsten Hauptinsel Japans. Zu den Botanicals zählen Wacholder, Süßholz, Angelikawurzel, Koriander, Yuzu-Schale und Bitterorange. Er hat 43 % vol und kommt in der 0,7-Liter-Flasche.

Japanisch inspirierte Gins

Nicht jeder Gin mit japanischem Namen kommt aus Japan. Einige Hersteller aus Europa nutzen japanische Botanicals oder Namen:

  • Kokoro London Dry Gin: ein London Dry Gin aus Großbritannien mit Sansho-Beeren, 42 % vol
  • Sakugo Dry Gin: aus Frankfurt, der Name verbindet Sakura und Hugo, im Mittelpunkt stehen Kirsche und Holunder, 45 % vol

Welches Tonic passt zu japanischem Gin?

Japanische Gins sind meist fein und zitrusbetont. Ein mildes, wenig bitteres Tonic lässt Yuzu und Tee besser zur Geltung kommen als ein sehr herbes. Gut passt auch ein Tonic mit Yuzu-Note, etwa das Goldberg Japanese Yuzu Tonic.

Für den Roku empfiehlt Suntory einen Gin Tonic mit Ingwerstreifen als Garnitur. Das passt zum Sansho-Pfeffer und bringt eine leichte Schärfe.

Roku Gin Tonic: Rezept

  • 50 ml Roku Gin
  • 150 ml Tonic Water, eher mild
  • viel Eis
  • einige dünne Streifen frischer Ingwer

Das Glas mit Eis füllen, den Gin darübergeben, das Tonic langsam aufgießen und die Ingwerstreifen dazugeben. Das Verhältnis lässt sich nach Geschmack anpassen, Hinweise dazu im Beitrag das perfekte Mischverhältnis für einen Gin Tonic.

Wo kann man japanischen Gin kaufen?

Roku ist inzwischen in vielen Supermärkten erhältlich, unter anderem bei Rewe und Edeka, und taucht regelmäßig in Prospekten auf. Ki No Bi, Nikka Coffey Gin und Etsu gibt es vor allem im Fachhandel und online. Welche Gins gerade reduziert sind, zeigt die Übersicht Gin im Angebot.

Häufige Fragen zu japanischem Gin

Was bedeutet Roku?

„Roku“ ist japanisch und bedeutet sechs. Der Name steht für die sechs japanischen Botanicals im Gin.

Wie viel Alkohol hat Roku Gin?

Roku Gin hat 43 % vol.

Wer stellt Roku Gin her?

Roku kommt vom japanischen Spirituosenhersteller Suntory, der auch für seinen Whisky bekannt ist.

Welches Tonic passt zu Roku Gin?

Ein mildes Tonic, damit Yuzu und Tee nicht überdeckt werden. Suntory selbst serviert den Roku mit Ingwerstreifen.

Was ist das Besondere an Ki No Bi?

Ki No Bi setzt als Basis auf einen Reisbrand und kombiniert Wacholder mit japanischen Botanicals wie Gyokuro-Tee, Yuzu und Sansho.

Cheers!

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