Gin ist die Grundlage zahlreicher bekannter Cocktails. Einer davon hat allerdings ein Image entwickelt, das weit über seinen eigentlichen Geschmack hinausgeht. Der Martini steht wie kaum ein anderer Drink für elegante Bars, Abendgarderobe und stilvolle Unterhaltung.Dabei besteht ein klassischer Martini im Grunde nur aus Gin und trockenem Wermut.
Trotzdem hat es der Cocktail bis in berühmte Hotels, Casinos und schließlich auf die Kinoleinwand geschafft. Doch wie wurde ausgerechnet der Martini zum Symbol einer ganzen Abendkultur und welche Rolle spielte dabei ein gewisser britischer Geheimagent?
Martini, Hotelbars und die klassische Casino-Kultur
Der Martini wurde schon früh mit einer gehobenen Abendkultur verbunden. Vor allem in den Bars großer Hotels gehörte der Cocktail im 20. Jahrhundert zu den Klassikern. Mit wenigen Zutaten, einem hohen Alkoholgehalt und dem charakteristischen Glas passte er zu einer Barkultur, bei der auch die Umgebung und das Auftreten der Gäste eine wichtige Rolle spielten.
Ähnlich sah es in vielen klassischen Spielbanken aus. Der Besuch bestand nicht nur aus einigen Runden am Spieltisch, sondern konnte Teil eines ganzen Abends mit Restaurantbesuch, Drinks und Unterhaltung sein. Teilweise galten Kleidervorschriften und der Casinobesuch wurde entsprechend zelebriert.
Diese Verbindung hat sich durch Online-Casinos natürlich verändert. Heute kann gespielt werden, ohne dafür überhaupt das eigene Wohnzimmer zu verlassen. Welche Anbieter es gibt und zu welchen größeren Casinogruppen sie gehören, wird beispielsweise auf casino-groups.com beschrieben.
Das klassische Bild ist trotzdem geblieben. Ein Martini in der Hand, elegante Abendkleidung und ein Spieltisch im Hintergrund reichen bis heute aus, damit eine Szene sofort an die glamouröse Casino-Kultur vergangener Jahrzehnte erinnert.
Geschüttelt, nicht gerührt: James Bond und der Martini
Die Verbindung zwischen Martini und Casino-Kultur bekam in der Mitte des 20. Jahrhunderts noch einmal eine ganz neue Bedeutung. 1953 erschien mit „Casino Royale“ der erste Roman von Ian Fleming. Im Mittelpunkt steht natürlich der britische Geheimagent James Bond, der während eines Casinobesuchs nicht einfach irgendeinen Drink bestellt, sondern dem Barkeeper ganz genau erklärt, wie sein Martini zubereitet werden soll.
Das Rezept besteht aus drei Teilen Gordon’s Gin, einem Teil Wodka und einem halben Teil Kina Lillet. Bond gibt seiner Kreation später den Namen „Vesper“, benannt nach Vesper Lynd, die er in „Casino Royale“ kennenlernt.
Kina Lillet war ein französischer Aperitif auf Weinbasis, der Chinin enthielt und dem Cocktail eine bittere Note gab. Den damaligen Kina Lillet gibt es heute nicht mehr in derselben Form. Wer den Vesper heute nachmixen möchte, verwendet daher häufig Lillet Blanc, wobei dieser weniger bitter ist als das ursprüngliche Produkt.
Obwohl der Vesper Gin und Wodka enthält, ist Gin mit Abstand die wichtigste Spirituose im Glas. Mit insgesamt viereinhalb Teilen alkoholischer Zutaten ist der Drink außerdem ziemlich stark und wird ohne Eis im Glas serviert.
Bond verlangt allerdings, dass die Zutaten zuvor mit Eis kräftig geschüttelt werden. Das entspricht nicht der klassischen Zubereitung eines Martini, denn dieser wird normalerweise gerührt. Beide Methoden kühlen den Drink und lassen einen Teil des Eises schmelzen.
Beim kräftigen Schütteln geschieht das schneller und zusätzlich gelangt Luft in die Flüssigkeit. Direkt nach dem Einschenken kann ein geschüttelter Martini deshalb leicht trüb wirken und eine andere Textur haben.
Aus dieser Art der Zubereitung entwickelte sich später das berühmte „Geschüttelt, nicht gerührt“. Was bei Fleming zunächst eine sehr genaue Bestellung seines Romanhelden war, wurde durch die Bond-Filme zu einem der bekanntesten Sätze der Cocktailgeschichte.
Der Martini und sein Glas als Symbole für Eleganz
Der Martini hat sein elegantes Image nicht nur seiner langen Geschichte in Hotelbars und Casinos zu verdanken. Auch optisch unterscheidet er sich deutlich von vielen anderen Cocktails. Ein klassischer Martini besteht nur aus Gin und trockenem Wermut. Bunte Säfte, Sirup und auffällige Dekoration sucht man hier vergeblich.
Typisch ist auch das Glas, das wohl fast jeder schon einmal gesehen hat. Es hat einen trichterförmigen Kelch und einen langen, dünnen Stiel und wird normalerweise nur mit dem klaren Cocktail sowie einer Olive oder Zitronenzeste gefüllt. Der lange Stiel hat dabei auch einen ganz praktischen Nutzen.
Wer das Glas daran festhält, wärmt den zuvor gekühlten Martini nicht so schnell mit den Händen auf. Viel mehr braucht es für das typische Bild eines Martini eigentlich nicht. Diese schlichte Optik dürfte gut dazu beigetragen haben, dass der Cocktail über Jahrzehnte mit eleganten Bars und Abendveranstaltungen verbunden wurde.
Filme und Bücher haben dieses Bild zusätzlich verbreitet. Heute genügt oft schon das typische Martiniglas, um beim Betrachter die Verbindung zu Cocktailbars, Abendgarderobe und Luxus herzustellen.
Martini ist nicht gleich Martini
Schon beim klassischen Martini gibt es verschiedene Varianten, die sich vor allem durch das Verhältnis von Gin und Wermut unterscheiden. Bei einem Dry Martini wird nur wenig trockener Wermut verwendet, sodass der Geschmack des Gins deutlich im Vordergrund steht. Ein Wet Martini enthält dagegen mehr Wermut und fällt entsprechend weniger ginlastig aus.
Wer seinen Martini mit etwas Olivenlake bestellt, bekommt einen Dirty Martini. Die Lake macht den Cocktail salziger und verändert auch seine normalerweise klare Optik. Beim Perfect Martini werden wiederum trockener und süßer Wermut miteinander kombiniert.
Noch weiter vom Original entfernen sich bekannte Cocktails wie der Espresso Martini oder Pornstar Martini. Ein Espresso Martini wird üblicherweise aus Wodka, Kaffeelikör und Espresso gemixt und enthält damit weder Gin noch Wermut. Beim Pornstar Martini bilden ebenfalls Wodka und weitere Zutaten die Grundlage.
Mit dem klassischen Martini haben solche Cocktails also nur noch wenig gemeinsam. Der Name „Martini“ wird heute wesentlich weiter gefasst und teilweise auch für Drinks verwendet, die vor allem die Präsentation im typischen Martiniglas mit dem ursprünglichen Cocktail teilen.
Welcher Gin gehört in einen Martini?
Wer einen Martini selbst mixt, steht natürlich auch vor der Frage, welcher Gin ins Glas kommt. Eine feste Antwort gibt es darauf nicht. Klassisch wird häufig ein London Dry Gin verwendet, bei dem der typische Wacholdergeschmack deutlich zu erkennen ist.
Wer es etwas fruchtiger mag, kann aber genauso einen Gin wählen, bei dem Zitrone, Orange oder andere Früchte stärker zu schmecken sind. Bei einem Martini fällt die Wahl des Gins stärker auf als bei vielen anderen Cocktails, da nur wenige weitere Zutaten hinzukommen.
Auch die Menge des Wermuts lässt sich an den eigenen Geschmack anpassen. Weniger Wermut bedeutet mehr Gin-Geschmack, während ein höherer Anteil Wermut den Martini verändert und etwas weniger kräftig macht. Am Ende entscheidet also vor allem der eigene Geschmack darüber, welcher Gin im Martini landet.












