Fragezeichen aus Zitronenzeste neben einem Gin-Drink auf einem Holztisch

Wie lagert man Gin richtig?

Wie lagert man Gin richtig? Gin lagert ihr am besten stehend, dunkel und kühl bei gleichmäßiger Temperatur, gut verschlossen und fern von Heizung und Sonne. Verderben kann Gin durch seinen hohen Alkoholgehalt praktisch nicht. Licht, Wärme und Sauerstoff lassen aber die Aromen der Botanicals nachlassen, vor allem in angebrochenen Flaschen. Eine ungeöffnete Flasche hält so viele Jahre.

Warum die Flasche stehen sollte, was mit dem Korken passiert, wie lange angebrochener Gin gut schmeckt und ob Kühlschrank oder Gefrierfach sinnvoll sind, erklären die nächsten Abschnitte.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gin immer stehend lagern, damit der Alkohol den Korken nicht angreift.
  • Ein dunkler, kühler Ort mit etwa 10 bis 20 °C ist ideal, ein Schrank oder Keller reicht.
  • Ungeöffnet ist Gin nahezu unbegrenzt haltbar, ein Mindesthaltbarkeitsdatum ist nicht vorgeschrieben.
  • Angebrochene Flaschen verlieren mit der Zeit Aroma, am besten schmecken sie innerhalb von etwa einem Jahr.
  • Kühlschrank und Gefrierfach schaden dem Gin nicht, sie dämpfen aber die Aromen beim Trinken.

Stehend statt liegend: Warum die Flasche aufrecht gehört

Bei Wein ist es genau andersherum, deshalb geht das oft durcheinander. Wein wird liegend gelagert, damit der Korken feucht bleibt. Gin hat aber meist 37,5 bis 47 % vol. Hochprozentiger Alkohol greift Naturkorken auf Dauer an. Der Korken kann bröselig werden, Stoffe an den Gin abgeben oder undicht werden.

Deshalb gilt: Gin, Whisky und andere Spirituosen stehen aufrecht. Die Empfehlung aus älteren Ratgebern, Gin liegend zu lagern und regelmäßig zu drehen, ist überholt. Auch dass sich ätherische Öle „vom Alkohol trennen“, lässt sich durch Drehen nicht verhindern und ist bei normalem Gin kein Problem.

Einen kleinen Haken hat das stehende Lagern: Bei sehr langer Lagerung kann ein Naturkorken austrocknen und schrumpfen. Prüft bei Flaschen, die jahrelang im Schrank stehen, ab und zu, ob der Korken noch fest sitzt. Schraubverschlüsse und Kunststoffkorken sind unempfindlich.

Der richtige Ort: dunkel, kühl, gleichmäßig

Drei Dinge setzen dem Aroma zu: Licht, Wärme und Temperaturschwankungen.

  1. Licht: UV-Strahlung kann Aromastoffe verändern. Besonders empfindlich sind farbige Gins, zum Beispiel Pink Gin oder Gins mit Farbumschlag, die im Licht verblassen können. Klare Flaschen auf der Fensterbank sind der schlechteste Platz.
  2. Wärme: Über 25 °C verfliegen Aromen schneller. Heizung, Herd und Dachboden sind tabu.
  3. Schwankungen: Ständiger Wechsel zwischen warm und kalt lässt die Luft im Flaschenhals arbeiten. Ein Schrank an einer Innenwand oder ein Kellerregal ist deshalb besser als die Küche.

Die ideale Temperatur liegt bei etwa 10 bis 20 °C. Wer Gin in der Originalverpackung aufbewahrt, schützt ihn zusätzlich vor Licht.

Angebrochene Flaschen: So bleibt das Aroma länger

Sobald die Flasche offen ist, kommt Sauerstoff ins Spiel. Er verändert die Aromen langsam, und ein Teil des Alkohols und der flüchtigen Duftstoffe verdunstet mit jedem Öffnen. Schlecht wird der Gin dadurch nicht, er schmeckt nur flacher. Frische Zitrusnoten verschwinden meist zuerst, Wacholder und Gewürze halten länger.

Als Faustregel gilt: Innerhalb von etwa sechs bis zwölf Monaten schmeckt ein angebrochener Gin noch wie frisch geöffnet. Die oft gehörte Grenze von sechs Wochen ist zu streng. Diese Tricks helfen:

  • Flasche nach jedem Einschenken sofort wieder fest verschließen.
  • Bei weniger als einem Drittel Inhalt den Rest in eine kleinere, saubere Flasche umfüllen. Weniger Luft bedeutet weniger Aromaverlust.
  • Gin nicht in offenen Karaffen aufbewahren, die sind nur zum Servieren gedacht.

Eine Ausnahme sind Gin-Liköre wie Sloe Gin und Gins mit Fruchtsaft oder viel Zucker. Sie haben weniger Alkohol und sollten nach dem Öffnen schneller aufgebraucht werden. Beachtet dafür die Hinweise auf dem Etikett.

Gin im Kühlschrank oder im Gefrierfach?

Beides ist möglich und schadet dem Gin nicht. Im Kühlschrank ist er sofort bereit für einen kalten Gin Tonic, und das Eis schmilzt langsamer. Der Nachteil: Kälte dämpft die Aromen. Feine, florale Gins verlieren gekühlt an Ausdruck, kräftige London Dry Gins stecken das besser weg.

Im Gefrierfach bei etwa minus 18 °C friert Gin nicht ein. Durch den Alkohol liegt der Gefrierpunkt bei 40 % vol deutlich tiefer. Warum das so ist, erklärt die Antwort Wann gefriert Gin?. Eiskalter Gin wird dickflüssiger und wirkt weicher, was manche für einen Dry Martini schätzen.

Manche aromareichen Gins werden bei starker Kälte leicht trüb. Das sind ätherische Öle der Botanicals, die ausfallen. Die Trübung ist harmlos und verschwindet meist, wenn der Gin wieder Zimmertemperatur hat. Als Dauerlager eignet sich trotzdem der Schrank besser.

Häufige Fragen zur Lagerung von Gin

Wie lange ist Gin haltbar?

Ungeöffnet praktisch unbegrenzt. Spirituosen mit mehr als 10 % vol brauchen in der EU kein Mindesthaltbarkeitsdatum. Mehr dazu steht in Wann wird Gin schlecht?.

Muss Gin nach dem Öffnen in den Kühlschrank?

Nein. Ein dunkler Schrank genügt. Der Kühlschrank ist nur praktisch, wenn ihr den Gin gern kalt serviert.

Kann alter Gin gefährlich sein?

Nein, gesundheitlich wird Gin durch Lagerung nicht bedenklich. Er kann aber muffig oder flach schmecken, etwa wenn der Korken gelitten hat. Riecht er deutlich nach Kork oder Pappe, gehört er eher in die Küche als ins Glas.

Verändert sich Gin in der Flasche wie Whisky?

Nein, Gin reift in der Glasflasche nicht nach. Er wird mit den Jahren nicht besser, sondern im besten Fall bleibt er gleich.

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