Ist Gin Tonic ein Cocktail? Streng genommen nein: Gin Tonic ist ein Longdrink, genauer ein Highball. Er besteht aus einer Spirituose und einem kohlensäurehaltigen Filler, wird direkt im Glas auf Eis gebaut und nicht geschüttelt. Im Alltag landet er trotzdem oft auf der Cocktailkarte, weil „Cocktail“ auch als Sammelbegriff für Mixgetränke dient.
Weiter unten findet ihr die Definitionen von Cocktail, Longdrink und Highball im direkten Vergleich, die Gründe für die Einordnung und die Frage, ab wann aus einem Gin Tonic tatsächlich ein Cocktail wird.
Das Wichtigste in Kürze
- Gin Tonic ist ein Longdrink: Spirituose plus größerer Anteil Filler.
- Genauer gehört er zur Untergruppe der Highballs: eine Spirituose, ein sprudelnder Filler, Eis.
- Eine verbindliche Definition gibt es nicht, die Begriffe stammen aus der Barpraxis.
- Ein Cocktail braucht nicht zwingend Sirup oder einen Shaker.
- Im weiten Sinn sind alle Mixgetränke Cocktails, also auch der Gin Tonic.
Cocktail, Longdrink, Highball: die Definitionen
Was unterscheidet die drei Begriffe? Die Tabelle zeigt die gängige Einteilung aus der Barpraxis. Sie ist keine Norm, aber in Bars und Fachbüchern weit verbreitet.
| Merkmal | Cocktail (eng) | Longdrink | Highball |
| Zutaten | mehrere, oft Spirituose, Säure, Süße, Likör oder Bitter | Spirituose plus Filler, teils weitere Zutaten | eine Spirituose plus ein sprudelnder Filler |
| Zubereitung | geschüttelt oder gerührt | meist direkt im Glas gebaut | direkt im Glas auf Eis |
| Menge | eher klein, oft unter 150 ml | groß, häufig 200 ml und mehr | groß, häufig 200 bis 300 ml |
| Glas | Coupette, Martini-Glas, Tumbler | Highball, Collins, Copa | Highball-Glas |
| Beispiele | Negroni, Martini, Clover Club | Tom Collins, Mojito, Cuba Libre | Gin Tonic, Whisky Soda, Gin Ginger Ale |
Der Begriff Cocktail ist älter, als viele denken. Eine frühe gedruckte Definition erschien 1806 in einer New Yorker Zeitung: Spirituose, Zucker, Wasser und Bitter. Das entspricht im Kern dem heutigen Old Fashioned. Später weitete sich der Begriff auf fast alle Mixgetränke aus.
Warum Gin Tonic ein Longdrink ist
Beim Gin Tonic trifft alles zu, was einen Highball ausmacht. Zwei Zutaten, viel Eis, ein hohes Glas. Das Tonic Water verlängert den Gin, daher auch der Begriff Longdrink. Das Verhältnis liegt meist bei 1:3, also deutlich mehr Filler als Spirituose.
Auch die Zubereitung spricht dafür: Ein Gin Tonic wird nie geschüttelt, weil die Kohlensäure dabei entweichen würde. Er wird direkt im Glas aufgebaut. Das Garnieren mit einer Zeste oder Gurke ändert daran nichts, denn die Garnitur ist keine eigene Zutat im Sinne des Rezepts.
Die International Bartenders Association (IBA) führt eine Liste offizieller Cocktails. Der Gin Tonic taucht dort nicht als eigener Eintrag auf, ein weiteres Indiz dafür, dass er in Fachkreisen als einfacher Longdrink gilt. Wie ihr ihn richtig zubereitet, zeigt der Hauptartikel Gin Tonic.
Ab wann wird aus Gin Tonic ein Cocktail?
Die Grenze ist fließend. Sobald weitere Zutaten mit eigener Funktion dazukommen, etwa Sirup, Saft oder Likör, rückt der Drink in Richtung Cocktail. Beispiele dafür sind der Gin Tonic Coffee mit Cold Brew Kaffee oder der Gum Tonic mit Rum und Zitronensaft.
Ein Tom Collins zeigt das Prinzip gut: Gin, Zitronensaft und Zuckersirup werden mit Soda aufgefüllt. Durch Säure und Süße ist er mehr als ein Highball, bleibt aber wegen der Menge ein Longdrink. Umgangssprachlich heißt er trotzdem Cocktail, und das ist auch nicht falsch.
Der alte Irrtum, ein Cocktail brauche immer Spirituose, Mixer und Sirup und müsse geschüttelt werden, hält sich hartnäckig. Ein Martini oder Negroni kommt ohne Sirup aus und wird gerührt, gilt aber als Cocktail schlechthin. Entscheidend sind Zusammensetzung, Zubereitung und Menge, nicht eine einzelne Zutat.
Häufige Fragen zu Longdrink oder Cocktail
Was ist der Unterschied zwischen Longdrink und Cocktail?
Ein Longdrink wird mit viel Filler verlängert und direkt im Glas gebaut, ein Cocktail im engen Sinn ist kleiner und wird geschüttelt oder gerührt. Im weiten Sinn fasst Cocktail beides zusammen.
Ist ein Gin Tonic ein Highball?
Ja. Eine Spirituose, ein kohlensäurehaltiger Filler und Eis im hohen Glas sind die klassische Highball-Formel.
Ist ein Mojito ein Cocktail oder ein Longdrink?
Meist wird er als Longdrink eingeordnet. Rum, Limette, Zucker und Minze werden mit Soda verlängert. Anders als ein Highball hat er aber deutlich mehr als zwei Zutaten.
Warum steht Gin Tonic dann auf der Cocktailkarte?
Weil Cocktail im Sprachgebrauch als Oberbegriff dient. Viele Bars trennen gar nicht erst, andere führen eine eigene Rubrik für Longdrinks.
- Gin Tonic: Grundrezept und Geschichte im Hauptartikel
- Wer hat den Gin Tonic erfunden?: die Herkunft des Longdrinks
- Welches Glas für einen Gin Tonic?: Highball, Copa und Tumbler im Vergleich
- Tom Collins: der Longdrink zwischen Highball und Cocktail
- Gin Cocktails: echte Cocktails mit Gin zum Nachmixen
Weitere Fragen und Antworten rund um Gin findet ihr unter Antworten. Cheers!

