Fragezeichen aus Zitronenzeste neben einem Gin-Drink auf einem Holztisch

Wann gefriert Gin?

Wann gefriert Gin? Ein Gin mit 40 % vol gefriert erst bei etwa minus 23 bis minus 27 °C. Ein normales Gefrierfach schafft rund minus 18 °C, deshalb bleibt Gin dort flüssig. Er wird nur etwas dickflüssiger. Je mehr Alkohol ein Gin hat, desto tiefer liegt sein Gefrierpunkt.

Weiter unten gibt es eine Tabelle mit ungefähren Gefrierpunkten nach Alkoholgehalt, die Antwort auf die Frage „Gin ins Gefrierfach, ja oder nein?“ und die Folgen der Kälte für das Aroma.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wasser gefriert bei 0 °C, reiner Alkohol erst bei etwa minus 114 °C.
  • Gin mit 37,5 bis 47 % vol gefriert etwa zwischen minus 21 und minus 32 °C.
  • Im Gefrierfach bei minus 18 °C bleibt Gin flüssig, die Flasche platzt nicht.
  • Kälte dämpft die Aromen, vor allem Zitrus und Blüten.
  • Alkoholfreier Gin und Tonic Water gefrieren dagegen fast wie Wasser.

Warum gefriert Gin nicht wie Wasser?

Gin besteht im Kern aus Wasser und Ethanol, dazu kommen winzige Mengen Aromastoffe. Ethanol senkt den Gefrierpunkt des Wassers. Je höher der Alkoholanteil, desto kälter muss es werden, bis sich Eis bildet. Der Zusammenhang ist nicht linear: Man kann den Gefrierpunkt also nicht einfach aus den Werten von Wasser und reinem Alkohol mitteln.

Dazu kommt ein zweiter Effekt: Ein Gin wird nicht schlagartig zu einem Eisblock. Erreicht er seinen Gefrierpunkt, bilden sich zuerst Eiskristalle aus Wasser. Die restliche Flüssigkeit wird dadurch alkoholreicher und gefriert noch später. Heraus kommt zunächst ein Matsch aus Kristallen und Flüssigkeit. Deshalb nennen Quellen oft eine Spanne statt einer exakten Zahl.

Gefrierpunkt nach Alkoholgehalt

Die Werte sind gerundet und gelten für reine Wasser-Alkohol-Mischungen. Zucker und andere gelöste Stoffe senken den Gefrierpunkt zusätzlich ein wenig.

AlkoholgehaltBeispielUngefährer Gefrierpunkt
0 % volWasser, alkoholfreier Gin, Tonic Wateretwa 0 bis minus 2 °C
ca. 10 % volfertig gemischter Gin Tonicetwa minus 4 °C
20 % volleichter Liköretwa minus 8 bis minus 9 °C
30 % volGenever (Mindeststärke)etwa minus 15 °C
37,5 % volGin (gesetzliche Mindeststärke)etwa minus 21 bis minus 24 °C
40 % volviele Standard-Ginsetwa minus 23 bis minus 27 °C
47 % volz. B. Monkey 47etwa minus 28 bis minus 32 °C
57 % volNavy Strength Ginetwa minus 35 bis minus 40 °C
100 % volreiner Alkoholetwa minus 114 °C

Wichtig ist der Blick auf die eigene Truhe: Ein Gefrierfach hat meist minus 18 °C, manche Tiefkühltruhen gehen bis minus 24 °C oder tiefer. Ein Gin mit 37,5 % vol kann dort am Rand der Gefriergrenze sein und leicht sulzig werden. Gins mit 40 % vol und mehr bleiben praktisch immer flüssig.

Gin im Gefrierfach: ja oder nein?

Beides hat seine Berechtigung. Es kommt darauf an, wie der Gin getrunken wird.

Dafür spricht: Eiskalter Gin wird etwas viskoser und fühlt sich im Mund weicher an. Für einen Martini oder einen Schuss Gin direkt aus der Tiefkühlung ist das gewünscht. Im Gin Tonic schmilzt das Eis langsamer, der Drink verwässert weniger.

Dagegen spricht: Wer einen Gin pur verkosten möchte, nimmt bei minus 18 °C deutlich weniger Aromen wahr. Zum Tasting gilt eine kühle Zimmertemperatur von etwa 16 bis 20 °C als ideal. Außerdem bildet sich an der eiskalten Flasche Kondenswasser, Papieretiketten können darunter leiden.

Dem Gin selbst schadet das Gefrierfach nicht. Er kann dort dauerhaft bleiben, solange die Flasche gut verschlossen ist. Ein typischer Fehler betrifft das Drumherum: Tonic Water, Bier oder ein fertig gemischter Gin Tonic gefrieren im Gefrierfach und können die Flasche sprengen.

Was macht Kälte mit dem Aroma?

Aromastoffe sind flüchtige Verbindungen. Je kälter die Flüssigkeit, desto weniger davon steigen in die Nase. Gleichzeitig reagieren Zunge und Gaumen bei Kälte weniger empfindlich. Das Ergebnis: Der Gin schmeckt flacher und weniger komplex.

Nicht alle Noten leiden gleich stark. Kräftiger Wacholder und würzige Botanicals wie Pfeffer oder Koriander bleiben eher erkennbar. Feine Zitrus- und Blütennoten verschwinden zuerst. Ein blumiger Gin wie Hendrick’s zeigt eiskalt also weniger von seinem Charakter als ein klassischer London Dry Gin. Manche unfiltrierten Gins mit viel ätherischem Öl können in der Kälte außerdem leicht trüb werden. Das ist harmlos und verschwindet beim Erwärmen wieder.

Ein guter Kompromiss für den Alltag: Den Gin im Kühlschrank oder bei Raumtemperatur lagern und dafür Glas, Tonic und Eiswürfel gut kühlen. So bleibt der Drink kalt, ohne dass der Gin selbst sein Aroma verliert.

Häufige Fragen zum Gefrierpunkt von Gin

Kann eine Ginflasche im Gefrierfach platzen?

Nein, nicht bei normalem Gin. Bei minus 18 °C gefriert er nicht und dehnt sich deshalb nicht aus. Anders sieht es bei alkoholfreiem Gin oder Tonic Water aus.

Wie lange darf Gin im Gefrierfach bleiben?

Unbegrenzt. Die Kälte schadet dem Gin nicht, wichtig ist ein dichter Verschluss, damit keine Gerüche aus dem Gefrierfach hineinziehen.

Gefriert alkoholfreier Gin?

Ja, ähnlich wie Wasser. Ohne Alkohol liegt der Gefrierpunkt nahe 0 °C, im Gefrierfach kann die Flasche platzen.

Gefriert Sloe Gin schneller als Gin?

Ja, meist. Sloe Gin ist ein Likör mit mindestens 25 % vol und liegt oft unter 30 % vol. Sein Gefrierpunkt ist daher höher, der Zucker senkt ihn nur etwas.

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